18.06.
Es ist schon merkwürdig mit den Ideen. Sie entstammen einem virtuellen Reich. Einem, an dem eine Menge Menschen Teil haben, ohne es zu sehen, zu schmecken, zu riechen, zu tasten oder zu hören.
Das Reich der Ideen ist mannigfaltig. Ideen sind verbunden mit allem. Es gibt kein Ding, ohne seine Idee. Gibt es aber eine Idee ohne ihr zugehöriges Ding? Sind die Ideen vor dem Stoff schon da? Haben Menschen Teil an den Ideen und bauen die vorgefunden Stoffe -etwa die der Natur- um?
Die Forscher entdecken. Sie ent-decken etwas, das zuvor belegt war – bedeckt war. Mit was belegt oder bedeckt? Mit der menschlichen Unkenntnis? Sind Ideen ein Mittel zum Zweck der Erkenntnis? Erkenntnis von was? Wieso sollte dieses Was die Unkenntnis als “Verkehrsform” haben?
Es gibt offensichtlich ein Verhältnis von Idee und Stoff oder Idee und Materie. Wie ist dieses Verhältnis „materiell/immateriell“ beschaffen? Hat ein guter Freund recht, wenn er behauptet, dass es den Baum, den ich dort sehe, nicht gibt ohne mich? Hat er recht, wenn er behauptet, dass es nur das gibt, über das man sprechen kann?
Was ist mit den Dingen, Erlebnissen, Situationen für die man keine Sprache hat – noch keine Sprache hat? Sie sind da, ohne dass man ihnen zuvor Ideen zugeordnet hat. Ist die Idee notwendiger Weise verbunden mit der Sprache? Was ist mit den anderen Weisen, etwas gewahr zu werden; den Weisen, die ohne Sprache auskommen? Kann Sprache verbunden sein mit diesen Weisen?
Geben tut es Dinge. Geben tut es Ideen. Geben tut es ein Verhältnis zwischen „materiell/immateriell“. Wer oder was gibt? Wer oder was macht es möglich, dass man nimmt, was gegeben wird? Sind wir die Geber – die Geber der Ideen und Dinge? Oder gibt es einen Grundzustand, eine Matrix, eine Basis, auf der man nimmt?
Wie ist das Verhältnis beschaffen zwischen „materiell/immateriell“? Ist es wie eine Einbahnstraße organisiert? Geht es also von Stoff in Richtung Idee oder von Idee in Richtung Stoff? Wie verändern sich die Verhältnisse zwischen Stoff und Idee? Was für ein flüchtiges Wesen haben die Ideen, wenn Stoffe sich wandeln können, sich auflösen und verändern können?
Verändert sich der Stoff und danach die Idee oder umgekehrt? Kann man jeden Stoff ins Verändern bringen? Was ist die Idee der Idee; die Idee der Möglichkeit dieser Veränderungen?
Diese und andere Fragen wird der Autor dieses Blogs in einer kleinen Serie bearbeiten, wie üblich, seiner hermeneutischen Verfassung folgen und Spaß dabei haben, selbst zu ent-decken. Tangiert werden hierzu zunächst F.W.J. Schelling und Iannis Xenakis, denn wie manche Leser schon ahnen, spielt die Musik wieder einmal eine wichtige Rolle bei den anstehenden Streifzügen. (Fortsetzung folgt)
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